NIKOLA UKIC

Expanded Fields

 

Die Hengesbach Gallery freut sich, nach zwei großen Museumsausstellungen in Zagreb und Split neue Arbeiten des kroatischen Bildhauers Nikola Ukic in Wuppertal zeigen zu können.
Ukic thematisiert in seinen Skulpturen und Bildwerken die Dynamik von Veränderungsprozessen, die nie zum Stillstand zu kommen scheinen: Veränderungen der äußeren Form von Dingen genauso wie Veränderungen unserer eigenen organischen Befindlichkeit und unseres Zugriffs auf die Vergangenheit. Ukic arbeitet mit Polyurethan. Obwohl aus einem chemischen Prozess gewonnen, haben die Gebilde, die er aus diesem Material modelliert, die Anmutung von etwas Organischem, von Wachsen und Vergehen, von menschlichen Körperteilen. Sie artikulieren auch als starre Formen die Suggestion der Verwandlung und ständigen neuen Formbarkeit des menschlichen Lebens.
Bei seinen neuesten Arbeiten ist der Dialog zwischen Erstarrung und Verlebendigung, zwischen inneren organischen und äußeren Bewegungen noch komplexer geworden. Diese Bildarbeiten bestehen aus mehreren Polyurethanschichten auf einem Leinwandträger. Ukic gießt sein zähflüssiges Material in freien Bewegungsverläufen aus. Da jede Schicht die Bildebene nie vollständig ausfüllt, immer große Lücken ausgespart bleiben, entstehen immer wieder andere Durchsichten auf untere Schichten. Viele der gegossenen Schichten bestehen aus mehreren Farben, die sich mit harten Konturen voneinander trennen und doch in ihrem Bewegungsverlauf zusammenhängen. Ukic glättet jede Schicht und überträgt auf die glatten Oberflächen Abdrücke von photographischen Bildern. Da diese ähnlich einem Druckprozess auf den fragmentarischen Ebenen aufruhen, lagern sie sich wie ein lückenhaftes Gedächtnis in deutlichen und undeutlichen Spuren übereinander. So besteht die Bewegung aus dem Gießprozess, aus dem Gegen- und Miteinander der Farbe, der Durchdringung der unterschiedlichen Schichten und aus der Bewegungsdynamik der fragmentierten Bilder. In der Weichheit des Materials ergibt sich ein assoziativer Bezug zu organischen Prozessen, zu Adern und zu Verdauungskreisläufen. Gleichzeitig aber beziehen sich die Photographien auf Landschaft, auf ihre tektonischen Schichtungen, auf ihr Licht. So entsteht eine mitunter beunruhigende Ambivalenz zwischen den eruptiven Prozessen organischer Lebensfortzeugung und den eruptiven Prozessen elementarer Natur-gestaltung.

Hengesbach Gallery is delighted to be now showing new works by the Croation sculptor, Nikola Ukic, in Wuppertal, after two major museum exhibitions in Zagreb and Split.
In his sculptures and pictorial works, Ukic picks out as a central theme the dynamism of change processes which seemingly never come to a standstill: changes in the external shape of things as well as changes in our own organic mental state and our doorway to the past.
Ukic works with polyurethane. When this material is modeled into structures by Ukic, although it is obtained via a chemical process, it gives the impression of something organic, of growth and decay, and of human body parts. As rigid shapes, they also articulate the suggestion of metamorphosis and the constantly new formability of human life.
In his latest works, the dialogue between rigidity and re-vitalization, between inner organic and external movements has become even more complex. These pictorial works consist of several layers of polyurethane on canvas. Ukic pours out his semi-fluid material in free, sweeping movements.
Since every layer never completely covers the image plane, large gaps are always left out, so that other views of the lower layers can be had again and again. Many of the poured layers consist of various colours which are separated from one another by severe contours, but are still attached by their course of movement.
Ukic evens every layer and transmits prints from photographic pictures onto the even surfaces. As these rely on the fragmented levels like in a printing process, they lay themselves on top of each other - like a fragmented memory, with distinct and indistinct traces.
Thus the movement consists of the pouring process of the colours meeting and separating again, the intersection of the different layers and from the dynamism of movement of the fragmented pictures.
An associative reference to organic processes, to veins and to digestive systems unfolds itself within the softness of the material. However, at the same time, the photographs refer to landscape, its tectonic layering and its light.
In this way, an occasionally disturbing ambivalence develops between the erupting processes of organic life production and the eruptive processes of elementary natural composition.